Champagner

Champagner – für die besonderen Momente im Leben

Wenn Sekt nicht ausreicht, um einem besonderen Anlass gerecht zu werden, muss Champagner her. Kaum ein anderes alkoholisches Getränk steht so für Exklusivität und Qualität wie der Schaumwein aus der französischen Champagne.

Damit haben wir ein wesentliches Merkmal, das Champagner von anderen Schaumweinen unterscheidet, schon benannt. Es dürfen nur Trauben aus der Champagne zur Gewinnung verwendet werden. Zudem gelten weitere strenge Vorschriften, was Beschaffenheit und Herstellungsprozess angeht. Das macht den Champagner zu einem außerordentlich hochwertigen und entsprechend teuren Schaumwein. Der Preis für eine Flasche ist deutlich höher als bei normalem Sekt. Die Preisspanne reicht bei handelsüblichen Sorten circa von 20 bis 50 Euro, doch nach oben herrscht viel Spielraum. Sehr edler Champagner kann über 1000 Euro pro Liter kosten.

Die aufwendige Herstellung von Champagner

Zu den Vorschriften, die bei der Produktion von Champagner gelten, gehört unter anderem, dass das traditionelle Herstellungsverfahren, bekannt als Méthode champenoise, angewendet werden muss. Dabei ist ein entscheidender Punkt, dass die zweite Gärung in der Flasche erfolgt. Der Prozess dauert drei bis vier Monate. Währenddessen entwickeln sich die charakteristischen Perlen im Getränk. Anschließend muss der Schaumwein mindestens ein Jahr reifen – besonders hochwertiger Champagner bis zu fünf Jahre. Während der Reifung setzt sich die zugegebene Hefe allmählich am Boden der Flaschen ab und muss entfernt werden. Der Vorgang ist aufwendig, denn er erfordert tägliches Drehen und Rütteln der Flaschen, die auf sogenannten Rüttelpulten gelagert werden. Früher wurde das manuell von einem „Rüttler“ (rémeur) erledigt, heutzutage übernehmen Rüttelmaschinen häufig diese Aufgabe.

Dadurch, dass die Flaschen mit dem Kopf nach unten auf dem Pult liegen, sammelt sich die Hefe unter dem Korken. Um sie schließlich zu entfernen, wird der Flaschenhals in eine Gefriersalzlösung getaucht. Öffnet man anschließend den Korken, springt der Eispfropfen aufgrund des Drucks in der Flasche heraus. In der Fachsprache wird dieser Prozess als „Degorgieren“ bezeichnet. Der verlorengegangene Inhalt wird nun mit Grundwein, anderem Schaumwein und Zucker aufgefüllt – welche Zutaten in welcher Konzentration hineinkommen, ist das Geheimnis der Hersteller. Jedenfalls legt dieser Arbeitsschritt wesentlich fest, welche Geschmacksrichtung der Champagner am Ende hat. Nachdem die Flaschen wieder verkorkt werden, muss der Champagner nochmals mehrere Monate reifen. Der hohe Zeit- und Arbeitsaufwand, die strengen Richtlinien zur Qualitätssicherung und – nicht zuletzt – die begrenzte Produktionsmenge von Champagner sind für den hohen Preis verantwortlich.

Für die Herstellung von Champagner werden meist diese drei Rebsorten verwendet:

  • Pinot noir (blau)
  • Pinot Meunier (blau)
  • Chardonnay (weiß)

Die Mischung der Trauben bestimmt Geschmack und Farbe des Champagners. Durchschnittlich werden zu zwei Dritteln blaue und zu einem Drittel weiße Trauben verwendet, um weißen Champagner herzustellen. Es gibt aber auch den als besonders fein geltenden „Blanc de Blancs“ (deutsch: „Weißer aus Weißen“), dem ausschließlich die weißen Chardonnay-Trauben zugrunde liegen.

Wenn Sie eine Flasche Champagner kaufen, finden Sie auf dem Etikett Angaben zu Hersteller und Geschmacksrichtung sowie die Erzeugernummer. Handelt es sich um Jahrgangschampagner, muss der Jahrgang vermerkt sein. Jahrgangschampagner besteht nur aus Weinen eines Jahrgangs. Solche Tropfen werden dann hergestellt, wenn ein Jahrgang besonders gut ist. Normalerweise kommen Grundweine unterschiedlicher Jahrgänge zum Einsatz. Schauen Sie sich außerdem nach dem Öffnen der Flasche die Unterseite des Korkens an! Traditionell befindet sich darauf ein weiteres Zeichen für die Authentizität, nämlich der „Champagne“-Stempel.

Tipps zum Trinken und Lagern von Champagner

Wenn Sie sich schon einen teuren Champagner gekauft haben, sollten Sie ihn auch standesgemäß genießen. Champagnergläser haben wie Sektgläser einen langen Kelch mit geringem Durchmesser. Die schmale Öffnung verhindert, dass die Kohlensäure zu schnell entweicht. Wie Sekt und Prosecco wird Champagner gekühlt genossen, ideal ist eine Trinktemperatur zwischen sechs und neun Grad Celsius. Ein Champagnerkühler ist eine praktische Anschaffung, wenn Sie die Flasche außerhalb des Kühlschranks länger kalt halten möchten.

Da sich Champagner in der Flasche weiterentwickelt, kann es durchaus sinnvoll sein, ihn eine Weile zu lagern – aber nicht zu lange! Die meisten Sorten erreichen ihr bestes Aroma innerhalb von zwei Jahren. Sehr hochwertiger Jahrgangschampagner kann durchaus bis zu zehn Jahre gelagert werden und seinen Charakter nach und nach entfalten. Ist die Flasche allerdings einmal geöffnet, sollten Sie den guten Tropfen so schnell wie möglich austrinken. Als Faustregel gilt: Circa einen Tag lang können Sie eine halbvolle Flasche gekühlt und mit einem Druckverschluss versehen aufbewahren, ohne Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen. Kohlensäure und Aromen verflüchtigen sich dann unweigerlich – wäre doch schade drum!

Wie Sekt und Wein lagern Sie Champagner am besten in dunkler, kühler Umgebung, im Keller beispielsweise.

Den richtigen Champagner finden – eine Geschmacksfrage

Kenner wissen vermutlich ohnehin, welche Marken sie bevorzugen. Sollte Champagner bei Ihnen eher ausnahmsweise einmal serviert werden, können Sie sich an der angegebenen Geschmacksrichtung orientieren – und der Preis spielt für die meisten Menschen natürlich ebenfalls eine Rolle. Die meisten Champagner werden in der Geschmacksrichtung „brut“ angeboten, zu Deutsch „herb“. Die Bezeichnung erhalten Schaumweine, deren Zuckergehalt pro Liter nicht mehr als 15 Gramm beträgt. Zur Einordnung hier eine kleine Übersicht der gesetzlich definierten Geschmacksstufen:

  • Extra brut: bis 6 Gramm Zucker pro Liter
  • Extra trocken: 12 bis 20 Gramm Zucker pro Liter
  • Trocken: 15 bis 35 Gramm Zucker pro Liter
  • Halbtrocken: 33 bis 50 Gramm Zucker pro Liter
  • Mild: über 50 Gramm Zucker pro Liter

Der Zuckergehalt beeinflusst den Geschmack von Champagner natürlich nur zum Teil. Die verwendeten Trauben beziehungsweise Grundweine sind weitere wesentliche Faktoren, die bestimmen, welchen Charakter der Schaumwein aufweist.

Falls Sie sich übrigens wundern, dass blaue Trauben für die Herstellung von weißem Champagner verwendet werden: Das ist möglich, weil der Most des Pinot noir und Pinot Meunier sofort abgepresst wird und somit kaum Farbstoffe (enthalten in der Schale der Trauben) in den Grundwein gelangen können. Eine Ausnahme ist Rosé-Champagner, der eine leicht rote Farbe haben soll. Er wird aus Rosé-Grundweinen hergestellt.

Bekannte Champagner Marken beziehungsweise Häuser sind zum Beispiel:

  • Henri Abelé
  • Bollinger
  • Canard-Duchêne
  • Bruno Paillard
  • Pommery
  • Moët & Chandon
  • Lanson Père & Fils
  • Taittinger
  • Piper-Heidsieck
  • Veuve Clicquot Ponsardin

Dank seines tollen Preis-Leistungs-Verhältnisses ist der wohlschmeckende Champagner „Champagner Comtesse Marie Louise Brut“ von PENNY sogar zum Testsieger im ZDF-Markencheck gekürt worden (vgl. „ZDFzeit: Alle gegen Aldi - wer schlägt den Discounter-Riesen?", Dienstag, 19.1.2016). Überzeugen Sie sich selbst!