Weißwein

Lieblicher und trockener Weißwein für jeden Anlass

Es gibt doch nichts Besseres, als den Tag entspannt mit einem erfrischenden Glas Weißwein ausklingen zu lassen – im Sommer am besten draußen auf der Terrasse oder im Garten. Die Vielfalt an Weißweinen ist ebenso groß wie beim Rotwein.

Wussten Sie eigentlich, dass für die Herstellung von Weißwein rote Trauben Verwendung finden können? Das hängt damit zusammen, dass Weißwein im Gegensatz zu Rotwein nicht aus Maische, sondern aus Most hergestellt wird. Die groben Bestandteile, darunter die Schale, werden nicht mitverarbeitet. Die Schale wiederum enthält Farb- und Aromastoffe, die somit nicht in das Endprodukt gelangen. Daher können rote Trauben mit hellem Fruchtfleisch als Basis für weiße Weine dienen. Dass die in der Schale enthaltenen Aromen fehlen, schmeckt man. Bouquet und Geschmack von Weißwein sind deutlich weniger ausgeprägt als bei Rotwein. Deshalb muss Weißwein vor dem Genuss nicht atmen und kann gekühlt serviert werden. Wem Rotwein zu schwer ist, der findet in Weißwein eine erfrischende Alternative.

Weinreben für die Weißweinherstellung werden in vielen Ländern der Welt angebaut, selbstverständlich auch in Deutschland. Eine Übersicht einiger bekannter Rebsorten, die als Grundlage für Weißwein dienen:

  • Chardonnay: Aus dieser Rebsorte werden trockene Weißweine mit gelber bis hellgrüner Farbe hergestellt.
  • Gewürztraminer: Ein Beispiel für hellrote Trauben, aus denen weißer Wein gewonnen wird. Er schmeckt fruchtig-würzig.
  • Riesling: Diese Rebsorte gilt als besonders edel und bringt in guten Jahren absolute Spitzenweine hervor.
  • Ruländer: In Frankreich unter dem Namen Pinot gris, in Italien als Pinot grigio bekannt, liefert diese Weintraubensorte gehaltvollen Wein. Die trockene Variante finden Sie im Handel unter der Bezeichnung Grauer Burgunder.
  • Sauvignon Blanc: Diese französische Rebsorte ist Grundlage fruchtiger Qualitätsweine.
  • Weißer Burgunder: Aus dieser Rebsorte, die weltweit angebaut wird, entstehen Weine mit zarter Säure. In Frankreich ist sie unter dem Namen Pinot blanc bekannt.

Eine Besonderheit stellt sogenannter Eiswein dar. Er wird aus gefrorenen Trauben hergestellt. Es handelt sich in der Regel um recht süße, dickflüssigere Weine von hoher Qualität. Von Kennern weltweit geschätzt wird beispielsweise deutscher Eiswein, der aus Riesling-Reben gewonnen wird.

Weißwein richtig genießen

Je nachdem, ob Sie einen Rotwein, Weißwein oder Rosé trinken möchten, benötigen Sie andere Gläser. Echte Kenner haben sogar für unterschiedliche Rotwein- und Weißweinsorten noch einmal spezielle Gläser, aber für den Normalverbraucher genügt ein Set regulärer Gläser, jeweils für Rot- und Weißwein, versteht sich. Weißweingläser fassen weniger Volumen als Rotweingläser und sind nicht so bauchig, da der Wein nicht derart viel Raum braucht, um Bouquet und Geschmack zu entfalten. Wichtig ist zudem, Weißwein gekühlt zu servieren, nicht etwa bei Zimmertemperatur. Je nach Sorte wird eine Trinktemperatur zwischen 10 und 14 Grad Celsius empfohlen.

Geöffnete Flaschen sollten Sie recht zügig aufbrauchen. Am besten Sie verschließen die Weinflasche wieder und stellen sie in den Kühlschrank. Weißwein ist dann noch bis zu fünf Tage gut haltbar, also nicht ganz so lange wie Rotwein, der durchaus eine Woche haltbar bleiben kann. Es gilt: Je voller die Flasche noch ist, desto länger die Haltbarkeit. Befindet sich nur noch ein kleiner Rest darin, gerade genug für ein Glas, sollten Sie den Weißwein am nächsten Tag aufbrauchen.

Als delikate Erfrischung, die gerade in heißen Sommermonaten gut ankommt, können Sie Ihren Gästen Weißweinschorle anbieten. Dabei handelt es sich schlicht um ein Mixgetränk aus Weißwein und Mineralwasser, wobei anstelle des Wassers Zitronenlimonade, Cola und andere kohlensäurehaltige Softdrinks verwendet werden können – ganz nach Geschmack. Welchen Wein Sie verwenden und in welchem Verhältnis Sie die Flüssigkeiten mixen, ist Ihnen überlassen. In Kombination mit süßen Softdrinks empfehlen sich als Kontrast eher trockenere Weine mit feiner Säure.

Weißwein zum Essen – Welcher Wein passt zu welcher Speise?

Weißwein passt wunderbar zu leichten und etwas exotisch angehauchten Speisen, nicht so gut zu sehr herzhaften Fleischgerichten. Zu Rind, Wild und deftigen Pastagerichten servieren Sie lieber Rotwein.

  • Leichter, trockener Weißwein passt gut zu kalten Vorspeisen und Salaten.
  • Trockener, spritziger und feinsäuerlicher Weißwein harmoniert mit Meeresfrüchten und Schalentieren ausgezeichnet.
  • Fruchtiger, trockener Weißwein ergänzt Fischgerichte wunderbar. Für gebratenen Fisch greifen Sie eher zu kräftigeren Weißweinen.
  • Trockener, gehaltvoller Weißwein eignet sich für Gerichte mit Krustentieren.
  • Milder, würziger Weißwein empfiehlt sich zu weißem Fleisch und Geflügel.

Um eine aromatische Weißweinsoße zuzubereiten, benötigen Sie natürlich Weißwein, wobei Sie im Grunde jede Sorte verwenden können, die Sie vorrätig haben. Trockener Weißwein mit nicht allzu fruchtigem Geschmack eignet sich in der Regel besser, damit die Weißweinsauce nicht zu süßlich wird.

Wird der Wein in Deutschland hergestellt, bekommt er eine Qualitätsbezeichnung, die Ihnen eine erste Orientierung dahingehend gibt, ob der Wein gut ist. Nachfolgend die Qualitätsstufen:

  • Tafelwein
  • Landwein
  • b.A. (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete)
  • Prädikatswein

Weitere mögliche Prädikate sind die Bezeichnungen „Classic“ (für gehaltvollen Wein einer gebietstypischen Rebsorte) und „Selection“ (trockener Wein der Spitzenklasse).

Die Qualitätsstufe sagt natürlich noch nichts darüber aus, ob Ihnen der Wein schmeckt. Weine einer geringen Qualitätsstufe, die es schon zu sehr günstigen Preisen gibt, können durchaus lecker sein, während Ihnen eine teure Sorte womöglich nicht zusagt. Wie immer gilt: Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Falls Sie Gäste bewirten möchten und sich unsicher sind, welche Sorte Sie darreichen sollen, fragen Sie am besten nach, ob Sie Ihren Weißwein lieblich oder trocken bevorzugen.

Übrigens: Trocken beziehungsweise herb ist nicht gleichzusetzen mit sauer. Trockene Weine können durchaus vollmundig und fruchtig schmecken. Ausschlaggebend ist der Zuckergehalt. Ein trockener Wein darf pro Liter nicht mehr als vier Gramm unvergorenen Zucker enthalten. Eine Ausnahme bilden Weine mit erhöhtem Säuregehalt, sie dürfen bis zu neun Gramm Restzucker beinhalten.

Passt Weißwein in eine gesunde Ernährung?

Wie alle alkoholischen Getränke gilt es Weißwein maßvoll zu genießen. Mehr als ein Glas täglich sollten Sie nicht trinken, wobei es natürlich immer eine gute Idee ist, dem Körper einige alkoholfreie Tage in der Woche zu gönnen. Immerhin: Weißwein hat durchschnittlich etwas weniger Kalorien als Rotwein. Abhängig von Sorte, Alkohol- und Zuckergehalt enthalten 100 Milliliter zwischen 65 und 75 Kalorien. Wer auf seine Figur achtet, sollte sich beim Konsum von alkoholischen Getränken generell zurückhalten, das gilt auch für Weißwein. Eine Weinschorle, zubereitet mit Mineralwasser, ist eine kalorienärmere Alternative, die Ihnen zudem nicht so schnell zu Kopfe steigt.